Sonntag, 22. April 2018

Wieder einmal Südkorea

Südkorea finde ich sympathisch. Es gibt hier keine Kriminalität, die meisten Leute sind sehr freundlich und höflich. Lobbyismus ist verboten.
Man kann sich gar nicht vorstellen, dass das Land vor ein paar Jahrzehnten Agrarland mit Hungersnöten war.

Wenn man sich den Städten nähert, wirkt es wie in einem Science Fiction Film.

Der US amerikanische Einfluss ist unübersehbar, macht für Langnasen das Navigieren aber erst möglich.

 Die Industrie ist enorm. Ich schätze alles, was auf dem Bild grau ist, ist Industrie, das meiste petrochemisch.
 Hier wird das ganze Plastik für unsere Ozeane erzeugt.

In Korea selbst ist aber vorbildliche Mülltrennung.

Aber jetzt kommen ein paar praktische Tipps:
Hotel bedeutet nicht automatisch, dass auch das Bett überzogen wurde. Was man da macht? Ich habe zwei Bademäntel gefunden, und zwischen denen geschlafen.
Ich bin nicht dahintergekommen, wie das  Warmwasser in der Badewanne funktioniert. Ich denke, was ich gemacht habe ist nicht vorgesehen. Nicht jeder hat ein Schnürl mit.

Nicht erschrecken. Es ist nicht so, wie Du glaubst. Es ist ganz was anderes. Was, weiß ich nicht zuverlässig.



Und dieses Zeichen dürfte Dusche bedeuten. Es ist zwar nicht sehr bequem, aber das Wasser beginnt automatisch.

 Man muss sich nur gut in der Dusche an die Wand lehnen, dann wird man nass. Bei mir war das Wasser immer kalt.

Aber alles in allem ist die Republik Korea das geschmückteste Land, das ich kenne. Überall sind wunderschöne Gärten, die Straßenränder mit prachtvollen Blumenbeeten geschmückt, Bonsaiafrtige Baumschnitte ... 

Ich werde wahrscheinlich wieder kommen.

Mittwoch, 3. Januar 2018

James Skone - einer meiner Lehrmeister



Ich hatte heute, am dritten Tag des Jahres 2018, das Vergnügen, mit James eine gemütliche Jause zu verbringen.
Ich erinnere mich noch sehr genau, als ich ihn um 1975 das erste Mal sah: Am Peilstein führte er gerade die Teilnehmer eines Kletterkurses der UTA (Das war die Universitäts-Turnanstalt, heute heißt das USI - Universitäts-Sportinstitut. Man sagt, der damalige Direktor wollte es umbenennen, weil seine Frau es überdrüssig war, sagen zu müssen "Mein Mann ist in der Anstalt").
Ich war jedenfalls von der Arbeit, die James mit Hingabe erfüllte,  so inspiriert, dass ich beschloss, auch Bergführer zu werden.
James war Industriedesigner, und er ist der kreativste Mensch, den ich kenne. Eine Autofahrt mit ihm - sagen wir - von Wien ins Altmühltal ist eine Reise in eine unglaubliche Ideenwelt - es ist kein Sprudeln, es ist ein Schwall an Ideen, wo ich lernte, sämtliche Denklimits abzulegen.
Warum schreibe ich Altmühltal? Weil mich James 1981 zum berühmten Kletterertreffen in Konstein mitnahm, wo offiziell das Sportklettern aus der Taufe gehoben wurde und dazu Legenden wie John Bachar eingeladen waren. Ich war somit Dank James bei einigen geschichtsträchtigen Ereignissen. Er war zum Beispiel auch maßgeblich an der Entwicklung des Wasserfallkletterns beteiligt.

James und Erich Lackner bildeten ein unglaubliches Team: Die Ideenwelt von James und die Durchschlagskraft von Erich ließ am USI Wien eine alpine Methodik entstehen, die ihrer Zeit Jahre, wenn nicht Jahrzehnte voraus war. Als junger Bergführer am USI begleitete ich Seilschafrten beim selbständigen Klettern, wo beide Schüler abwechselnd vorstiegen - üblich war damals aber z.B. bei Alpenvereinskursen: Der Bergführer steigt mit 2-3 Leuten am Seil vor, und das nennt man Kletterkurs.

Eines Tages kam er mit seltsamen Eisenteilen am Schnürl vorbei, die er Klemmkeile nannte. Eine Revolution, vorher gabs ja nur Haken (auf der gesamten Vegetarierkante  am Peilstein z.B. nur einen einzigen).
Er hatte die Dinger aus England, wo er einige Zeit gelebt hatte, mitgebracht. James stellte das z.B. so dar:


Damit waren Stürze als Seilerster nicht mehr unbedingt tödlich.
Bald hatte ich das Vergnügen, mit James zu klettern. Legendär waren unsere Ausflüge in den Sandstein: Hinter "Foast mit in Sandstaa" verbarg sich ein Ausflug ins ungesicherte Unkletterbare. Hier im Bild mit seiner Frau Krista, muss Ende der 1970er gewesen sein ....
Ein einschneidendes Erlebnis war, daß ich bei einem Riss, der nicht einmal den obersten Schwierigkeitsgrad trug, nicht einmal vom Boden abhob - und das Ding war 60 Meter hoch mit einem einzigen Ring in der Mitte.
Der Turm heißt übrigens Rakev - "Sarg".
In diesem fast 40 Jahre alten Super-8-Film sieht man James und mich im Sandstein:
https://youtu.be/zzjRozC0zVk

Dass ich dann, motiviert intensiv Rissklettern trainierend,  8 Jahre später alle diese Risse geklettert bin, verdanke ich diesem denkwürdigen "Fail", den es nicht gegeben hätte, hätte mich James nicht mitgenommen.

James hat die Kletterszene am Peilstein aufgemischt und einige Durchbrüche erzielt. Vorstöße in den 7ten Grad gingen auf sein Konto.
Dass dabei der Spaß nicht zu kurz kam, ist glaube ich auf dem Bild oben gut zu erkennen.
Ein Glanzstück finde ich immer noch den Pan Galactic Gargle Blaster. Hinter dem seltsamen Namen verbirgt sich die Wiener Antwort auf den Drogenkult im Camp 4 im Yosemite Valley:
Dort lasen die Kletterer Carlos Castaneda, rauchten sich ein und benannten ihre Erstbegehungen nach Castanedas Buchtiteln (Separate Reality, Tales of Power usw.). James` Antwort war: "Wir lesen den Hitch Hikers Guide to the Galaxy von Douglas Adams, und ich nenne den ersten Achter am Peilstein nach dem Kultgetränk des Romans "Pan Galactic Gargle Blaster". Weil wir nehmen keine Drogen sondern gehen zum Heurigen."
James als Engländer konnte den Wiener Schmäh sehr treffend umsetzen.
Das waren nur ein paar Mosaikksteinchen des Einflusses, den James auf mich hatte. Ich war ja durchaus geprägt von der "Siegen oder Sterben"-Heroik. James gab mir einen deutlichen Schubs in eine Leichtigkeit, die mir sehr guttat.
Dafür und für alles, was ich von Dir gelernt habe, möchte ich mich mit diesem Artikel bedanken.

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Rumänien ländlich

Eine Reise Richtung Bulgarien führte mich über Rumänien. Ich wollte einen Teil des Landes kennenlernen, der von Touristen vermutlich nicht überlaufen ist.
Das war auch so. Der erste Eindruck: Sehr ländlich. Das Pferdefuhrwerk ist ein sehr übliches Verkehrsmittel, die Straßen sind in teilweise schlimmem Zustand. Über 40 km bin ich größtenteils nur im Schrittempo schlingelschlangel zwischen Schlaglöchern gefahren, die mein Auto nur mühevoll bewältigen würde.
Dieses Loch war aber schon extrem.
Was mir leider sofort auffällt ist der allgegenwärtige Müll. Es scheinen die Autofahrer den Müll einfach aus dem Fenster zu werfen, er liegt so gut wie überall.
Wobei nicht alles verfällt, einige Häuser sind sehr schön hergerichtet.
... und natürlich auch die Friedhöfe. Insgesamt sehe ich vorwiegend alte Menschen.
Die wenigen, zu denen ich Kontakt hatte, waren sehr freundlich.

Natürlich möchte ich auch was von der Natur sehen.



Ein Schild lädt zu einem verführerisch klingenden Ort ein:
Da der örtliche Bauer seine Jacke über den Wegweiser gehängt hat, wirds eine längere Wanderung inklusive Flussdurchquerung, die mir noch lieber als die anschließende Überquerung war.
Manchmal frage ich mich, ob wir nicht ein bisserl übertreiben mit unseren DIN ISO Klemmenundallesandere-Normen: Hält.
Mehr zufällig finde ich dann den interessanten See (größte Karstsee Rumäniens).

Schließlich komme ich an die Donau, Erinnerungen werden wach, als Patrick und ich dort auf unsere Schleusung durchs Kraftwerk im Eisernen Tor warteten.
An der Grenze nach Bulgarien sind 20 Autos vor mir, nach einer Stunde Wartezeit gehts über die Brücke ins nächste Land.
Das aber ist eine andere Geschichte.

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Auf nach Ghana

5 Uhr früh ... Flughafen Wien ... alles ist ruhig.
Diesmal klappt es. Visum im Pass, ich werde eingecheckt.
Beginne mich zu freuen. Meine letzte Reise für heuer.

Mittwoch, 18. Mai 2016

Von Südkorea nach Nordkorea ... ein Versuch

Nur für den Fall, dass Hofer nicht Bundespräsident wird, werden viele planen, nach Nordkorea auszuwandern, da ja dort ihr Traum eines Staats mit starkem Mann an der Spitze verwirklicht ist.
Da ich gerade in der Nähe war, habe ich mir gedacht, ich erkunde einmal einen einfachen Weg nach Nordkorea - aus sozialen Motiven, um den Hofer-Fans das Auswandern zu erleichtern.
Ich starte in Sokcho im Nordosten Südkoreas.
Da die direkten Straße nach Norden geschlossen sind, schaue ich, wo man der Grenze am nächsten kommt.















Ich versuche, diese Stelle zu finden:

Was sehr auffällt ist die deutliche Präsenz des Militärs. Alle zwei Kilometer sind Kasernen und Militärstützpunkte. Man könnte sagen, außer Militär siehrt man fast keine anderen Menschen.



 Dann sehe ich sogar einen Wegweiser, der zu "The 4th Tunnel" hinweist. Ich weiß, dass es Tunnel zwischen Nord- und Südkorea gibt. Sollte das die Eintrittspforte sein?
Die Straße, der ich folge, ist eindeutig nicht sehr befahren. Auf den bergen im Hintergrund sieht man Befestigungsanlagen. Nach ein paar Kilometern sind Sperren aufgebaut, aber man kann vorbeifahren.
Insgesamt schaut die Gegend nicht sehr einladend aus. Am Straßenrand ist ein Stacheldraht mit einer Aufschrift:
Einfach aussteigen und spazierengehen ist hier offensichtlich nicht angesagt.
Auch das Navi spricht eine eindeutige Sprache, wobei ich nicht wirklich verstehe, was genau. Es scheint mir zu sagen, ich solle umdrehen. Jedenfalls hört sogar die Karte auf und zeigt nur mehr weiß.


Ich  zweifle langsam, ob ich weiterfahren soll, da wird mir nach der nächsten Kurve die Entscheidung abgenommen: Hier kann man eindeutig nicht weiterfahren.
Tja, Leute, Fehlanzeige: Ich fürchte, ich habe eine schlechte Nachricht für Hofer-Wähler/innen: Wenn Du in ein Land möchtest, wo die Staatsform Deiner Träume umgesetzt ist, musst Du Dir ein anderes Land suchen.
Nordkorea ist dicht.

Mittwoch, 23. September 2015

Dubai zweiter Tag

Dubai ist faszinierend. Innerhalb kürzester Zeit so eine Skyline hinzaubern ist schon eine Leistung. Ich muss daran denken, was die USA weltweit aufbauen könnten, wenn sie die halbe Billion Dollar nicht in Waffen stecken würden. Pro Jahr.
Dieses Gebäude ist allgegenwärtig, wobei es durch seine Schlankheit gar nicht so hoch aussieht.

Jetzt ist es erst einmal Zeit für ein Selfie:

Viele Touristen kommen her ... shopping ... nicht mein Ding. Ich schaue mir die Mall aus einer anderen Perspektive an. Herumspringen würde ich hier nicht.


Ein paar hundert Meter unter den Dächern sind Menschnmassen. Sie wollen zum Beispiel dieses Fontänenspiel sehen. Wasser im Überfluss in der Wüste.




Am Abend sitzen wir bei Pizza hut und essen amerikanisch. Von voll verschleierten Frauen bis sehr luftiges Sommerkleid ist die Bandbreite hier enorm. Es ist hier viel sehr westlich. Man kann vergessen, dass hier die Sharia herrscht.
Das Staatsoberhaupt genießt hier einen Respekt, von dem man in unseren Demokratien nur träumen kann. Ich habe niemanden über Seine Exzellenz schlecht reden gehört, eher mit Hochachtung.
Auf der sehr sauberen Straße rollt der massive und laute Verkehr gesittet, Kriminalität scheint hier sehr niedrig zu sein.
Ich wünsche der westlichen Welt gute Nacht.